Workshops

Teilnehmerinnen
und Teilnehmer

Die Studienergebnisse spiegeln den Konsens, aber auch den Dissens, der Diskussionen unter den Teilnehmenden wider, die zwischen September und Oktober 2021 in mehreren Workshopgruppen stattfanden. Die in unserer Studie enthaltenen Analysen und Anregungen werden nicht notwendigerweise von allen Mitgliedern des Projekts geteilt.

Berit Barutzki, Projektleiterin Zivilgesellschaft & Ehrenamt, Neuland21 e.V.

Gabriele Bischoff, Geschäftsführerin, Bewegungsstiftung
Mein ausgewählter Faktor: Zeit als Ressource
Meine Begründung: Jeder der ausgewählten Schlüsselfaktoren wird in zehn Jahren eine Rolle spielen, aber ich fürchte, der Faktor Zeit als Ressource wird der größte Einfluss sein. Zeit lässt sich nicht unendlich ausdehnen, während beinahe alles andere durch eine „Entscheidung“ mittels der Ressource Geld zur Verfügung gestellt werden kann. In meiner Lebens- und Berufserfahrung habe ich gelernt, dass es zwar technische Hilfsmittel gibt, aber diese haben eher zu einer Verdichtung der auszuführenden Arbeit geführt, denn zu einer Entlastung. Der Fachkräftemangel wird dazu führen, dass die Wochenarbeitszeit und die Lebensarbeitszeit eher nicht reduziert wird, sondern eher ausgedehnt wird. Ich kenne schon jetzt kaum jemanden, der:die keine Überstunden hat. Und das in den unterschiedlichsten Branchen.

Anna Geuchen, Referentin des Präsidiums, Deutscher Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen (DNR) e.V.
Meine ausgewählten Faktoren: Klimakrise, Digitalisierung, Diversität und Teilhabe
Meine Begründungen: Für den Faktor Klimakrise habe ich mich entschieden, da die Mitigation und Adaption besonders für tendenziell wachsende Regionen die größten sozial-ökonomischen Herausforderungen werden. Ohne politische Steuerung und Klimaschutzmaßnahmen werden Krisen verstärkt. Digitalisierung wird die Kommunikation unserer Gesellschaft zukünftig prägen und verändern. Politik und Zivilgesellschaft sowie Arbeit wird zunehmend in digitalen Räumen stattfinden. Und Diversität und Teilhabe haben einen starken Einfluss, weil Pluralität als Chance und Herausforderung die Gesellschaft vor alte und neue Fragen stellen wird. Unbenommen gehört zu einer starken und resilienten Demokratie die Wahrung einer vielfältigen Gesellschaft. Dabei wird es darauf ankommen, die Freiheit und Pluralität in einem gesellschaftlichen Narrativ einen zu können, um gegen die zunehmende soziale Spaltung gefeit zu sein.

Adriana Groh, Project Lead the New Hanse, THE NEW INSTITUTE Foundation gGmbH
Mein ausgewählter Faktor: Klimakrise
Meine Begründung: Meines Erachtens nach wird die Klimakrise den größten, wenn auch unmittelbaren, Einfluss auf die Zivilgesellschaft haben. Die menschliche Geschichte zeigt, dass die Verknappung von Ressourcen und Lebensraum, welche durch die Klimakrise zu befürchten ist, meistens zu starken Konflikten führt und negative Tendenzen in der menschlichen Entwicklung verstärkt. Das heißt wir müssen diese Grundlagen sichern, um in den anderen Schlüsselfaktoren positiven Fortschritt erreichen zu können.

Julia Gundlach, Co-Projektleitung Ethik der Algorithmen, Bertelsmann Stiftung
Mein ausgewählter Faktor: Digitalisierung
Meine Begründung: Wie digitale Anwendungen und im Besonderen automatisierte Entscheidungssysteme in den nächsten Jahren eingesetzt werden, wird einen großen Einfluss auf die Zivilgesellschaft haben. Wir können und sollten mitentscheiden, wie die Systeme gestaltet werden, so dass durch sie gesellschaftliche Spaltung nicht gefördert, sondern Teilhabe an demokratischen Prozessen gestärkt wird; dass bei ihrer Gestaltung nicht nur auf die Effizienz von Prozessen geschaut wird, sondern auf die Bedürfnisse aller Nutzer:innen; dass ihr Einsatz nicht ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken dient, sondern die Chancen der Technologien mehr für gemeinwohlorientierte Zwecke eingesetzt werden.

Malte Hennig, Assistenz der Geschäftsführung, Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V.
Mein ausgewählter Faktor: Diversität und Teilhabe
Meine Begründung: Für mich ist der Schlüsselfaktor Diversität und Teilhabe der mit dem größten Einfluss auf die Zukunft der Zivilgesellschaft in den nächsten 10 Jahren. Unsere Gesellschaft ist vielfältig und dies wird sich verstärken. Wir werden uns entlang der Fragen streiten, wer wann und wie mitbestimmen darf und welche Interessen legitim sind. Eine starke Zivilgesellschaft ist ein Garant für eine demokratischen Streitkultur. Wenn es uns in den nächsten 10 Jahren gelingt Diversität als Faktor für Fortschritt und Erfolg zu verstehen, wenn wir die umfassende Teilhabe aller Menschen an den ihr Leben beeinflussenden Entscheidungen als Selbstverständlichkeit verstehen, dann werden wir unsere demokratische Gesellschaft stärken und für weiteren Wandel kompetent aufgestellt sein. Zu leben, heißt auf Veränderungen zu reagieren. Gut zu leben, heißt auf Veränderungen vorbereitet zu sein. Daher vielen herzlichen Dank für diesen von euch toll organisierten Prozess.

Laura Heym, Projektleitung Zivilgesellschaft & Ehrenamt, Neuland21 e.V.
Mein ausgewählter Faktor: Digitalisierung
Meine Begründung: Der Schlüsselfaktor Digitalisierung wird die Zivilgesellschaft in den nächsten zehn Jahren sicher maßgeblich beeinflussen – so wie es bereits in den letzten Jahren zu beobachten war. Dabei ist die Digitalisierung nicht isoliert von anderen Faktoren zu betrachten, sie durchdringt Arbeitswelt, Kommunikation, Politik, ja das Zusammenleben in unseren westlichen Gesellschaften im Allgemeinen und lässt damit zwangsläufig auch den Bereich zivilgesellschaftlichen Engagements nicht unberührt. Das durch digitale Anwendungen unterstützte oder im digitalen Raum stattfindende Engagement wird die ehrenamtliche Arbeit flexibler, unverbindlicher, spontaner, situativer, ortsunabhängiger, persönlicher und im besten Falle vielleicht (noch) kreativer und wirksamer machen!

Katja Hintze, Vorstandsvorsitzende, Stiftung Bildung
Mein ausgewählter Faktor: Neues Engagement
Meine Begründung: Ich sage „Neues Engagement“, denn schon jetzt sind die Ehrenamtsanbahnungsprozesse digitaler, gleichzeitig nimmt die Vielfalt zu, die Engagement-Möglichkeiten werden auch in der digitalen Welt größer und die zeitlichen Engagement-Ressourcen in ihren Längen sehr divers.

Tobias Hoffmann, Referent im Team Engagement, Der PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein e.V.
Mein ausgewählter Faktor: Politische Rahmenbedingungen
Meine Begründung: Ich glaube, dass über die politischen Rahmenbedingungen der größte Einfluss auf die Zukunft der Zivilgesellschaft genommen werden kann, da hier die Grundlagen für die anderen Schlüsselfaktoren ausgehandelt werden und diese bzw. ihr Impact mehr oder weniger abhängig von politischen Entscheidungen sind. Vernachlässige ich diesen Aspekt, wird die wachsende soziale und ökonomische Spaltung weiter als Katalysator für Themen der Zivilgesellschaft dienen und einen starken Einfluss haben. Solange Privilegien oder Glück über Zugänge zu Teilhabe oder Digitalisierung erleichtern sowie Gestaltungsräume bei Zeitmanagement oder Krisenbewältigung schaffen, kann zivilgesellschaftliches Engagement nur schwer die ganze Zivilgesellschaft abbilden und bleibt exklusiv.

Michel Kaltenmark, Referent Vorstand & Digitalisierung, Stiftung Bildung

Prof. Dr. Peter Kreutter, Direktor der Stiftung Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU)
Mein ausgewählter Faktor: Diversität und Teilhabe
Meine Begründung: Es sind in sozialen Systemen letztendlich immer die Meschen, die den Unterschied machen und die positiven Trends verstärken bzw. nachteilige Trends abmindern bzw. umkehren können. Es liegt in unser aller Hände die Zukunft der Zivilgesellschaft aktiv und integrativ zu gestalten.

Kristine Lomako, Project Manager, Schwarzkopf-Stiftung, European Youth Parliament (EYP)

Marthe-Victoria Lorenz, Gründerin, Klubtalent GmbH
Mein ausgewählter Faktor: Zeit als Ressource
Meine Begründung: Gleich welche gesellschaftliche Herausforderung oder welcher Einflussfaktor, die Zivilgesellschaft baut in der Bewältigung dieser strukturell auf nebenbei frei zur Verfügung gestellte Zeitressourcen der Bevölkerung (das Ehrenamt). Wackelt das Ehrenamt, wackelt von Sport, bis Tierschutz, von Bildung bis Demokratieförderung die gesamte Zivilgesellschaft. Und fehlende Nachfolge in Leitungspositionen zeigen: Das Ehrenamt wackelt.

Martina Löw, Teamleiterin Freiwilligenmanagement, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Jens Maedler, Leitung Freiwilliges Engagement und Ehrenamt, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.
Mein ausgewählter Faktor: Diversität und Teilhabe
Meine Begründung: Auf akute Herausforderungen versteht sich der gemeinwohlorientierte Part der Zivilgesellschaft situativ lösungsorientiert und Zusammenhalt stärkend zu reagieren. Beispiele sind: Die die Zuwanderung in 2015, die pandemische Lage seit 2020 oder die klimabedingten Hochwasser in diesem Jahr. Ob sie mehrheitlich aus sich selbst heraus das Bewusstsein entwickelt, inklusiver für marginalisierte Personen und -Gruppen zu werden, Diversität als ein innerorganisatorisches Selbstverständnis zu begreifen und mehr Teilhabe auf allen Ebenen und in allen Gremien zu leben, ist eine für mich offene Fragestellung. Gelingt dieser Prozess in vielfältigen Ausprägungen, dann mache ich mir um die gesellschaftliche Wirkmacht unseres Sektors wenig Gedanken.

Ulrike Petzold, Geschäftsführender Vorstand, DAKU – Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland e. V.
Mein ausgewählter Faktor: Soziale und ökonomische Spaltung und Ungleichheit.
Meine Begründung: Es fällt mir nicht ganz leicht, den einen Schlüsselfaktor zu benennen. Wenn ich mich entscheiden muss, dann ist es der Schlüsselfaktor Soziale und ökonomische Spaltung und Ungleichheit. Er ist von übergeordneter Bedeutung und mehrfach mit anderen Schlüsselfaktoren verwoben (v.a. Exogene Schocks, Klimakrise, Diversität und Teilhabe, Sozialraumentwicklung, Digitalisierung). Zentrale gesellschaftspolitische Herausforderungen wie die Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie werden durch das Ausmaß von Ungleichheit und Spaltung stark beeinflusst. Engagement, Partizipation und Demokratie hängen eng zusammen. Engagement ist einerseits eine Schule der Demokratie, Bürger:innen müssen aber andererseits auch über Ressourcen verfügen, um partizipieren und sich engagieren zu können.

Susanne Rindt, Leiterin Abteilung Engagementförderung/ Zukunft der Bürgergesellschaft, AWO Bundesverband e.V.
Mein ausgewählter Faktor: Soziale und ökonomische Spaltung und Ungleichheit.
Meine Begründung: Es fällt mir nicht ganz leicht, den einen Schlüsselfaktor zu benennen. Wenn ich mich entscheiden muss, dann ist es der Schlüsselfaktor Soziale und ökonomische Spaltung und Ungleichheit. Er ist von übergeordneter Bedeutung und mehrfach mit anderen Schlüsselfaktoren verwoben (v.a. Exogene Schocks, Klimakrise, Diversität und Teilhabe, Sozialraumentwicklung, Digitalisierung). Zentrale gesellschaftspolitische Herausforderungen wie die Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie werden durch das Ausmaß von Ungleichheit und Spaltung stark beeinflusst. Engagement, Partizipation und Demokratie hängen eng zusammen. Engagement ist einerseits eine Schule der Demokratie, Bürger:innen müssen aber andererseits auch über Ressourcen verfügen, um partizipieren und sich engagieren zu können.

Charlotte Ruhbaum, Projektmanagerin im Team Klimaschutz, Stiftung Mercator
Meine ausgewählten Faktoren: Klimakrise und soziale & ökonomische Spaltung
Meine Begründung: Die heute bereits sichtbaren Folgen der Erderhitzung betreffen zentrale Handlungsfelder der Zivilgesellschaft, denn sie verschärfen bestehende gesellschaftliche Probleme und insbesondere soziale Ungleichheiten. Der Zivilgesellschaft kommt hier eine zentrale Rolle zu: als politische Stimme für ambitionierten und sozial gerechten Klimaschutz, als Anwältin der von der Klimakatastrophe am stärksten betroffenen Gruppen und als Ort des Dialogs und der gesellschaftlichen Aushandlung.

Dr. Lilian Schwalb, Geschäftsführerin Netzwerk & Fachpolitik, BBE Geschäftsstelle gemeinnützige GmbH
Mein ausgewählter Faktor: Digitalisierung
Meine Begründung: Die Digitalisierung hat unser gesamtes Leben in den letzten Jahren mit atemberaubender Geschwindigkeit verändert. Digitale Möglichkeiten haben auch in meinem Arbeitskontext für die Ausbildung der in den Sportvereinen Engagierten tiefgreifende Veränderungen gebracht. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass die fortschreitende Digitalisierung auch die Zukunft der Zivilgesellschaft in allen Facetten massiv beeinflussen wird.

Gudrun Schwind-Gick, Ressortleitung, Deutscher Olympischer Sportbund e.V.:

Margret Staal, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Bundesverband Soziokultur, LAG Soziokultur und Kulturpädagogik Rheinland-Pfalz/ Bundesverband Soziokultur

Prof. Dr. Stefan Stolte, Mitglied der Geschäftsleitung, Deutsches Stiftungszentrum GmbH

Anja Tiedemann, Managerin Corporate Social Responsibility & Product Sustainability, Beiersdorf AG

Kirstin Weis, Geschäftsführerin, Deutscher Bundesjugendring e.V.
Mein ausgewählter Faktor: Zeit als Ressource
Meine Begründung: Aus meiner Erfahrung im Engagement-Feld der letzten Jahre ist Zeit als Ressource der Schlüsselfaktor mit dem größten Einfluss auf die Zukunft der Zivilgesellschaft. Zeitliche Kapazitäten in einer verdichteten, biographisch oft durchgetakteten Lebenswelt (v.a. junger Menschen), aber auch die „Zwängen“ von Arbeitswelt, Familie/Freunde sind machen die Ressource Zeit zu einem raren Gut. Es braucht neben kontinuierlichen, auf Langfristigkeit angelegten Engagementmöglichkeiten daher auch neue kurzfristige Engagementformate, die den Bedürfnislagen von Engagementwilligen mit wenig(er) Zeit entsprechen.

Pariser Platz 6
10117 Berlin
T 030 322982-304

www.ziviz.de

gefördert durch